Von Liebe in der Dunkelheit


Aus dunkler Nacht der Sinne

hatt‘ seine Liebste er geweckt.

Und in Erinnerung an frühe Minne

ganz zart am Ohr geneckt.

 

Sie schaut von ihren Händen hoch,

leer geht ihr Blick zu ihm hinauf,

ein kleines Leuchten sieht er doch,

nimmt ihre Hand, legt seine drauf.

 

Am Ärmel zieht sie ihn, sie will, sie muss.

Und zitternd lässt sie alle Kraft ihn spüren,

formt ihre Lippen noch verzerrt zum Kuss

und konnte ihn zu heißen Tränen rühren.

 

Sie fällt zurück in Dunkelheit,

verliert sich, ist sich selber unbekannt

in einen Raum, frei jeder Zeit.

Noch lange streichelt er die Hand.



(2009)