Die Wolfsschanze


Die Wolfsschanze in Ostpreußen ist Teil der düsteren Geschichte Europas, ein einsamer Ort, von dem aus der Tod von Millionen Menschen befohlen wurde. Verborgen unter bis zu neun Metern Beton und somit geschützt gegen Bombenangriffen. Ein irrsinniger Ort, entstanden aus einer wegradierten Logik, die nun vom Wald verschlungen wird - und das ist richtig so. Die Betonreste dieser Befehlsanlage mögen Rätsel aufgeben, welchem Zweck das alles dienen sollte - irgendwann wird man sich das fragen. "Dem Wahnsinn", wird man heute antworten. Und irgendwann, vielleicht heute schon, stehen diese Bunkerreste für die Hoffnung, dass solches nie wieder benötigt wird.

 

Die Wolfsschanze in Ostpreußen war auch der Ort des am 20. Juli 1944 missglückten Attentats. Gerade an dem Tag war die Lagebesprechung wegen der Hitze in eine Baracke verlegt worden. Im Bunker wäre es tödlich gewesen.

 

Die Betonreste sind keine ausgestorbenen Dinosaurier, wenngleich sie denen gleich einfach im Wald herumliegen. Sie sind der letzte Müll des Krieges. Und manches Mal sollte man auch über Müllkippen gehen, zu sehen, was man vergessen kann. Nur,  dieser Müll war so gewaltig, dass er selbst im Augenblick seiner Vernichtung nur unzureichend gesprengt werden konnte. Aber die Natur ist gewaltiger als jeder Sprengstoff - sie holt sich ihren Teil wieder.

Die Bilder sprechen für sich - da, wo man Hoffnung erkennt, habe ich das satte Grün erhalten, da wo es um die Dokumentation geht, das Aussehen eines alten Fotos gewählt und somit die fotografische Vergangenheitsform. Man hüte sich vor dem Versuch, eine andere Ästhetik dort hineinzulegen!  



Der düstere Ort 




Die Natur holt sich ihren Teil zurück - und versöhnt